Schlafrhythmus Baby

Während Erwachsene üblicherweise nur nachts schlafen, ist das bei Neugeborenen anders. Der Schlafrhythmus eines Babys besteht aus mehreren Schlaf- und Wachphasen.

In den ersten Wochen und Monaten ist es völlig normal, dass Dein Baby noch einen sehr unregelmäßigen Rhythmus hat. Für Eltern bedeutet das meist schlaflose Nächte. Diese Phase wird oft als eine anstrengende Zeit erlebt.

In diesem Artikel erfährst Du mehr über den Schlafrhythmus eines Babys und wie Dein Baby schlafen lernen kann.

Schlafrhythmus Baby

Jedes Kind ist individuell. Das gilt auch für die Anzahl der einzelnen Schläfchen sowie die jeweilige Schlafdauer. Einige Neugeborene schlafen durch und andere wiederum wachen oft auf.

Auch die innere Uhr tickt bei jedem Baby anders. Dass diese nicht immer mit der inneren Uhr der Eltern übereinstimmt, könnte ein wesentlicher Faktor für schlaflose Nächte sein.

Wie lange schläft ein Baby?

Wie lange Dein Baby schläft, hängt stark vom Alter ab und ist trotzdem immer verschieden. Während Neugeborene tendenziell tagsüber genau so lang schlafen wie nachts, verlagert sich das mit der Zeit.

Der nächtliche Schlaf wird länger und die Nickerchen am Tag werden kürzer. Wir beleuchten im Folgenden einige Durchschnittswerte.

Bis drei Monate

Baby gähntNeugeborene bis zu einem Alter von etwa drei Monaten schlafen im Durchschnitt 16 bis 18 Stunden am Tag. Diese sind auf vier bis sechs Schläfchen aufgeteilt. Das liegt vor allem daran, dass ein Baby gerade in dieser ersten Zeit alle drei bis vier Stunden eine Mahlzeit benötigt.

Deshalb wachen über 90 % ein oder mehrmals auf. Außerdem schlafen sie nie zu tief, damit sie ihre Bedürfnisse teilen und auf sich aufmerksam machen können.

Vier bis sechs Monate

Im Alter von vier bis sechs Monaten reduziert sich der Gesamtschlafbedarf auf 14 bis 15 Stunden pro Tag. Der Schlaf verlagert sich allmählich mehr in die Nacht und die Häufigkeit der Schläfchen sinkt auch auf etwa drei bis fünf.

Immer noch wachen mehr als 70 % aller Babys öfter auf.

Einige Babys schlafen in den ersten Monaten sehr gut durch und nach vier bis sechs Monaten gibt es eine scheinbare „Verschlechterung“. Wenn das bei Deinem Kleinen auch so ist, brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen. Auch das ist völlig normal. Mit der Zeit pendelt sich das wieder ein.

Sieben bis zwölf Monate

Nach dem ersten halben Jahr pendelt sich der Schlafrhythmus von Babys langsam ein. Im Schnitt schlafen die Kleinen etwa 14 von 24 Stunden.

Während es im Alter von sieben bis neun Monaten noch zwei bis drei Tagschläfchen sind, ändern sich das nach zehn bis zwölf Monaten und Dein Baby macht nur noch ein bis zwei Tagschläfchen.

Bis zum Ende des 2. Lebensjahres

Im zweiten Lebensjahr schlafen Kleinkinder im Durchschnitt 13 bis 14 Stunden und kommen mit einem Tagschläfchen aus.

Bis 3 Monate

4-6 Monate

7-9 Monate

10-12 Monate

Anzahl Schläfchen

4-6

3-5

2-3

1-2

Gesamtschlaf

16-18 Std.

14-15 Std.

13-14 Std.

13-14 Std.

Schlafphasen Babys

Der Anteil der Leichtschlafphase ist bei Babys noch viel höher als bei Erwachsenen. Hauptsächlich sind zwei Schlafphasen zu unterscheiden: Der REM-Schlaf und der Nicht-REM-Schlaf.

REM-Schlaf Babys

Familie mit NeugeborenenDie Abkürzung REM beim REM-Schlaf steht für „Rapid Eye Movement„, also „schnelle Bewegungen der Augen„. Diese Phase wird auch Traumschlaf genannt.

Während der REM-Schlaf bei Erwachsenen ein Viertel der Gesamtschlafzeit ausmacht, liegt der Anteil bei Säuglingen bei etwa der Hälfte. Bei frühgeborenen Babys ist der Anteil sogar noch höher.

Mit zunehmendem Alter gleicht sich dieser Wert immer mehr an. Bereits ab Eintritt des zweiten Lebensjahres ist zumindest der Anteil des REM-Schlafs ungefähr vergleichbar.

Nicht-REM-Schlaf

Der Nicht-REM-Schlaf ist die Tiefschlafphase. Nach etwa drei Monaten kommt Dein Baby übrigens zuerst in die Tiefschlafphase, bevor es in den Traumschlaf überwechselt.

Es gibt mehrere Stufen in der Tiefschlafphase. Bei Säuglingen sind diese allerdings noch nicht ausgereift. Deshalb wachen sie öfter auf und schlafen nicht durch.

Baby schlafen lernen | 7 Tipps

Wie kannst Du Dein Baby zum Schlafen bringen? Mit dieser Frage beschäftigen sich viele Eltern. Zunächst einmal ist zu erwähnen, dass ein Baby das Durchschlafen erst erlernen muss. Das ist ein Prozess und passiert nicht von jetzt auf gleich. Damit Du Deinen Kleinen aber bestmöglich bei diesem Prozess unterstützen kannst, haben wir für Dich 7 Tipps zusammengestellt.

Tipp 1: Tagesroutine

Eine geregelte Tagesroutine hilft Deinem Baby sich zu orientieren. So lernt es Tag und Nacht zu unterscheiden und kommt irgendwann automatisch zur Ruhe.

Hier kannst Du, wenn möglich darauf achten die Tagesroutine den individuellen Bedürfnissen Deines Kindes anzupassen. Wenn Du merkst, dass es um eine bestimmte Uhrzeit besonders schnell müde wird, kannst Du das nutzen. Statt die Zeit draußen zu verbringen, kannst Du erste Rituale einbinden, die Du zu den anderen Schlafzeiten auch einsetzt.

Wenn Du Dein Kind nämlich immer in etwa zur gleichen Zeit hinlegst, gibt es irgendwann einen Gewöhnungseffekt. Mit der Zeit kann es besser ein- und durchschlafen.

Tipp 2: Fördernde Schlafumgebung

GreiflingeWichtig ist Dein Baby immer in Rückenlage schlafen zu lassen. Eine Wiege oder ein Stubenwagen eignet sich besonders für die ersten Wochen und Monate.

Um eine fördernde Schlafumgebung zu schaffen, kannst Du das Zimmer etwas abdunkeln. Wenn Du es allerdings etwas heller lässt, als in der Nacht schaffst Du einen weiteren Unterschied, damit Dein Baby sich orientieren kann.

Ansonsten sollte es ruhig sein und die optimale Raumtemperatur von 18 bis 19 Grad eingehalten werden.

Tipp 3: Einschlafritual

Ein Einschlafritual ist sehr hilfreich. Wichtig ist, dass Du hier genügend Zeit einplanst. Ein bis anderthalb Stunden vorher sollte es keine Stressfaktoren mehr geben. Ruhe und Stille mit einem gedimmten Licht sind eine gute Kombination.

Was Du nun in das Einschlafritual einbaust, ist Dir überlassen. Empfehlenswert ist es beispielsweise Deinem Kind etwas vorlesen, um die Sprachentwicklung zu fördern. Viele Eltern beginnen erst später damit. Jedoch gilt hier: Umso früher, umso besser.

Ihr könntet eine leichte Entspannungsmusik hören.

Das Baby sollte nicht täglich gebadet werden. Was Du aber tun kannst und solltest, ist die Hände und das Gesicht zu waschen.

Am Wichtigsten ist, dass das Einschlafritual immer in etwa zur gleichen Zeit stattfindet. Berücksichtige aber, dass es immer wieder Ausnahmen geben kann und wird. Das ist auch in Ordnung. Das Einschlafritual sollte niemals starr sein. Das Licht auszumachen, hilft zusätzlich einen Tages- und Nachtrhythmus zu schaffen.

Tipp 4: Frisch ins Bett

Vor dem nächtlichen Schlaf solltest Du Dein Baby nochmal wickeln und ihm frische Klamotten anziehen. Am besten ist hier ein Schlafanzug. Dieser sollte nirgendwo drücken und möglichst bequem sein.

Mit diesem Wohlgefühl wird es Deinem Kleinen viel leichter fallen zu schlafen.

Tipp 5: Auspowern lassen

Mutter und Kind Nase an NaseMit zu viel Energie lässt es sich einfach nicht gut schlafen. Umso älter der Kleine wird, umso mehr Möglichkeiten bieten sich. Viel Bewegung und frische Luft ist immer ratsam.

Ältere Kleinkinder könnten Trampolinspringen. Jüngere Kinder könnten mit Bällen spielen. Du kannst sie beispielsweise hin und her rollen.

Tipp 6: Ausschlafen lassen

In den Tagesschläfchen üben die Kleinen bereits das Durchschlafen für die Nacht. Deshalb ist es in Ordnung, sie zwei bis drei Stunden am Stück schlafen zu lassen.

Lediglich beim vorabendlichen Schlaf solltest Du Dein Baby sanft wecken.

Tipp 7: Vor dem Schlafen stillen

Gerade in den ersten Wochen und Monaten brauchen Neugeborene ständig Nahrung. Da sie ohnehin einen leichten Schlaf haben, verhindert der Hunger häufig das Durchschlafen. Dem kannst Du vorbeugen, indem Du Deinen kleinen Schatz vor dem Schläfchen stillst.

Baby kann nicht einschlafen

Dein Baby kann nicht einschlafen? Das kann der ein oder anderen Familie ziemlich zu schaffen machen. Dass Babys nicht immer durchschlafen, ist völlig normal. Wir werfen einen näheren Blick darauf.

Schlafprobleme Baby | Mögliche Gründe

Eine wichtige Voraussetzung, damit Dein Baby schlafen kann, ist Müdigkeit. Ansonsten gibt es viele mögliche Ursachen für Schlafprobleme.

Körperliche Beschwerden

Wenn Dein Baby auch nach einer längeren Zeit keinen Tag-Nacht-Schlafrhythmus entwickelt, sehr schlecht einschläft und sehr oft aufwacht, liegen vielleicht körperliche Beschwerden vor. Das kann eine natürliche Ursache haben, wie die ersten Zähne, die langsam durchbrechen.

Dahinter können aber auch eine Grippe, Schnupfen, allergische Reaktionen, Fieber oder eine Mittelohrentzündung stecken. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Hier kannst Du mit Deinem Kinderarzt oder Deiner Kinderärztin eine Lösung besprechen.

Schlechte Schlafgewohnheiten

Weitaus wahrscheinlicher, warum Dein Baby nicht einschlafen kann sind schlechte Schlafgewohnheiten. Wenn Dein Kleines nicht gut einschläft, liegt das vielleicht an den Uhrzeiten.

Eine Tagesroutine, die an die individuellen Bedürfnisse Deines Kindes angepasst ist, kann wahre Wunder wirken. Hier kannst Du Dir unsere sieben Tipps nochmal durchlesen.

Baby zum Schlafen bringen

Kleinkind schläftWenn es mal trotz der genannten Tipps einfach nicht klappen will, ist das auch in Ordnung. Es gibt kein perfektes Regelwerk, die wie eine Checkliste nur abgearbeitet werden muss.

Dein Baby kann aus den unterschiedlichsten Gründen aufgewühlt sein und deshalb nicht ein- oder durchschlafen. Vielleicht hat das auch gar nichts mit Dir zu tun.

Wenn Dein Kleines abends öfter wach wird, kannst Du auch warten, bis es wieder einschläft. Du solltest es nicht jedes Mal aus dem Bett heben. So trainiert es auch von selbst wieder einzuschlafen.

Hier sind noch mal die Tipps im kurzen Überblick, die Dir dabei helfen Dein Baby zum Schlafen zu bringen:

  • Tagesroutine / Fester Tagesablauf
  • Eine Umgebung, die zum Schlafen einlädt
  • Abendritual
  • Frisch gewickelt und mit bequemen Klamotten ins Bett
  • Auspowern lassen
  • Ausschlafen lassen, außer beim vorabendlichen Schlaf
  • Stillen vor dem Schlaf (Ein sattes Baby schläft besser)

Wenn Du Anregungen, Fragen oder eigene Tipps hast, die Dir geholfen haben Dein Baby zum Schlafen zu bringen, teile sie gerne mit uns in einem Kommentar!

Schlafrhythmus Baby | Baby schlafen lernen

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