Konzentrationsübungen

Unter der Entwicklung der neuen Technologie mit den vielen Möglichkeiten an Ablenkungen, leidet die Konzentrationsfähigkeit bei vielen Kindern. Gerade in der heutigen Zeit ist sie wichtiger denn je. Wir geben Dir fünf Tipps und Übungen an die Hand, die die Konzentration Deiner Kinder wieder nachhaltig verbessern und steigern kann.

Am Ende dieses Beitrags erhältst Du alle Konzentrationsübungen für Kinder als PDF zum kostenlosen Download.

Fünf Tipps zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit

Zunächst einmal ist die Frage zu klären: Was ist Konzentration?

Konzentration ist die Fähigkeit die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache zu halten.

Um Kindern konzentriertes Lernen zu ermöglichen, bedarf es einiger Grundvoraussetzungen. Übrigens: Die Tipps gelten ebenso für Erwachsene. Kinder sind kleine Erwachsene und lernen auf eine intuitive Art und Weise. Dabei sind sie sogar sehr effektiv. Für uns Erwachsene ist das manchmal nicht so gut erkennbar, weshalb wir unseren Kindern oft eine andere Art des Lernens vermitteln wollen. Hier gilt es zu vertrauen.

Tipp 1: Sorge für ein hohes Energielevel

Wenn Dein Kind sich schlapp und energielos fühlt, wird es kaum die gewünschte Konzentrationsleistung erbringen können. Sicherlich kennst Du das auch von Dir. Für ein hohes Energielevel gibt es viele Stellschrauben, an denen gedreht werden kann.

Genügend Schlaf

Weißt Du, wie viel Schlaf Dein Kind braucht? Im Alter von sieben bis zwölf Jahren werden durchschnittlich 10-11 Stunden empfohlen. Ein sechsjähriges Kind kann auch bis zu 12 Stunden Schlaf benötigen.

Achte auch darauf, dass Dein Kind vor dem Schlafengehen möglichst nichts mehr isst. Falls es doch etwas sein soll, empfiehlt sich leichtverdauliche Kost. Ansonsten muss das Verdauungssystem in der Nacht hart arbeiten und das passiert auf Kosten der Erholung.

Genügend trinken

Im Alter von sieben zehn Jahren sollte Dein Kind um die 970 Milliliter pro Tag zu sich nehmen. Mit sechs Jahren reichen auch 940 Milliliter.

Was soll mein Kind trinken?

Zuckerhaltige Getränke, wie Eistee oder Fruchtsäfte sollten unbedingt vermieden werden. Das fördert nicht nur Karies, sondern hat auch negative Effekte für die Konzentration. Am besten empfiehlt sich immer Wasser. Auch kohlensäurehaltige Getränke sollten gestrichen werden. Stilles Wasser ist das Beste, was Du Deinem Kind bieten kannst.

Gesunde Ernährung

Eine gesunde Ernährung trägt auch wesentlich zu einer gesteigerten, körperlichen Leistungsfähigkeit bei. Besonders vor dem Lernen sollte Dein Kind keine schwer verdauliche Nahrung zu sich nehmen. Dazu zählen beispielsweise Fleisch, aber auch Milchprodukte aufgrund ihres hohen Fettanteils. Sicherlich kennst Du das berühmt berüchtigte Mittagstief. Da ist es mit der Konzentration vorbei.

Stattdessen empfiehlt sich Obst und Gemüse. Hier kannst Du auf die Wünsche Deines Kindes eingehen. Wenn es keine Birnen mag, dafür aber umso mehr Gurken, dann kannst Du ihm Gurken geben.

Sport und Bewegung

Körperliche Bewegung und Sport bringt den Kreislauf in Gang. Das Gehirn wird mit Sauerstoff versorgt und das fördert die Konzentrationsfähigkeit. Das ist auch der Grund, warum Konzentrationsübungen mit Bewegung so effektiv.

Sport ist außerdem förderlich, um Stress abzubauen. Dadurch ist Dein Kind zusätzlich ausgeglichener.

Tipp 2: Ablenkungsfreie Atmosphäre

Der Konzentrationskiller Nr. 1 ist Ablenkung. Wenn Du Dir die Definition von Konzentration noch mal durchliest, wirst Du dieser Aussage sicherlich zustimmen:

Ablenkung ist die Abwesenheit von Konzentration.

Was sind häufige Quellen für Ablenkungen?

Der Fernseher

Kind schaut FernsehenDer durchschnittliche Fernsehkonsum bei drei bis dreizehnjährigen liegt bei täglich 88 Minuten. Dabei ist die Berichtserstattung häufig einseitig und die Informationen sind zum Teil lückenhaft oder sogar falsch. Die Werbung fördert weiteres Verlangen nach Konsum und ist ein Zeitdieb.

Deshalb sollte der Fernsehkonsum generell in Frage gestellt werden. Jedoch hat er in Konzentrationsphasen noch weniger zu suchen. Um sich auf ein Thema geistig richtig einlassen zu können, benötigt der Mensch im Schnitt 23 Minuten. Wenn sich der Fernseher oder eine andere Ablenkungsquelle dazwischen stellt, wird diese Phase jedoch nie erreicht.

Das Radio

Auch für ein Radio gelten die gleichen Regeln. Die visuellen Reize fallen zwar weg, aber das reicht leider nicht aus. Als einzige Alternative kann hier Konzentrationsmusik verwendet werden.

Social Media und Smartphone

Die sozialen Medien und das Smartphone bieten zum einen viele Chancen und Möglichkeiten, um beispielsweise noch effektiver zu lernen. Zum anderen haben sie auch das Potenzial sehr viel Zeit zu verbrennen. Wichtig ist es diese als Werkzeuge anzusehen. Mit einem Hammer kann man etwas kaputt machen oder reparieren. Der Hammer verändert sich dadurch aber nicht.

Smartphone und Social Media sind darauf spezialisiert unsere Aufmerksamkeit gezielt zu binden. Außerdem sind die Nachrichten, die wir von Freunden oder Bekannten erhalten ein großer Ablenkungsfaktor. Um dem vorzubeugen, sollten alle Kanäle während einer geplanten Konzentrationsphase abgeschaltet werden. Das Smartphone gehört in den Flugmodus.

Eltern, Geschwister und Freunde

Ja, auch wir Eltern sind eine potenzielle Ablenkung. Wenn unser Kind etwas konzentriert erarbeiten möchte, sollten wir es unterlassen ständig an der Tür zu klopfen. Das gilt auch für Geschwister oder Freunde.

Tipp 3: Fester Platz zum Konzentrieren

Eine Art Arbeitsplatz einzurichten, der getrennt vom Spielzimmer oder von der Spielecke ist, ist sehr förderlich. Durch diese strikte Trennung verbindet Dein Kind nach einer Eingewöhnungsphase mit diesem Arbeitsplatz eine konzentrierte Lernumgebung.

Zusätzlich kann ein fester Zeitrahmen sehr hilfreich sein. Auch das fördert aus dem Lernen eine Gewohnheit zu machen. Jede Gewohnheit verbraucht weniger Energie als eine völlig neue Tätigkeit. Mit einem festen Konzentrationsplatz und einer fest geblockten Zeit macht sich Dein Kind dieses Naturgesetz zunutze.

Tipp 4: Pausen machen

Erfolgreiches Lernen und Konzentrieren besteht aus einem Wechsel zwischen Spannung und Entspannung. Kurze Pausen helfen dabei die Informationen setzen zu lassen. Außerdem bieten sie die hervorragende Gelegenheit das Fenster kurz für frische Luft zu öffnen und einen Schluck Wasser zu trinken.

Diese fünf bis zehn Minuten können wahre Wunder bewirken und sind obendrein viel effektiver, als der Versuch alles am Stück zu erlernen.

Tipp 5: Eigenmotivation fördern

Das kennst Du sicherlich von Dir selbst: Dir etwas anzueignen, wofür Du gar kein Interesse hast ist zäh und nur mit einem unverhältnismäßig hohen Kraftaufwand zu bewerkstelligen. Deinem Kind geht es da nicht anders. Wichtig sind auch eine gewisse Freude und Spaß an der Sache.

Wenn Dein Kind sich Lernstoff aneignen muss, an dem es eben keine Freude hat, versuche folgendes: Finde Teilaspekte, die Deinem Kleinen Spaß machen und knüpfe an diese an. Versuche es darin zu fördern diese selbst zu erkennen. So förderst Du nicht nur die Motivation eine bestimmte Sache zu erlernen, sondern Du gibst ihm auch die Fähigkeit an die Hand die Motivation aus eigener Kraft zu entwickeln.

10 effektive Konzentrationsübungen für Kinder

Mutter und Tochter schauen auf KarteDie durchschnittliche Konzentrationsspanne bei Kindern im Alter zwischen fünf und sieben Jahren liegt bei etwa 15 Minuten. Danach erhöht sich die Spanne auf etwa 20 Minuten. Bedenke hierbei, dass es bei diesen Durchschnittswerten um stillsitzende Kinder geht, die ihre Aufmerksamkeit auf eine Sache lenken.

In Wirklichkeit sind Kinder Meister der Konzentration. Hast Du beobachtet, wie Dein Kind laufen gelernt hat? Und mit wie viel Konzentration das erfolgt ist? Eltern neigen dazu ein Kind als unkonzentriert zu klassifizieren, wenn es nicht stillsitzt, während es eine Aufgabe löst. Von dieser Bewertung sollten wir uns etwas lösen.

Dennoch: Mit welchen Übungen kannst Du die Konzentration Deines Kindes nun konkret fördern? Wir haben Dir die 10 effektivsten Konzentrationsübungen für Kinder zusammengestellt.

Konzentrationstraining in Spielen verpackt

Besonders effektiv ist es spielerisch zu lernen. Das ist das, was Dein Kind intuitiv sowieso schon die ganze Zeit macht.

1.) „Ich packe meinen Koffer“ – Merkfähigkeit trainieren

Jemand fängt mit dem Satz an: „Ich packe in meinen Koffer…“. Jetzt wird ein beliebiger, frei wählbarer Gegenstand ausgesucht. Das kann eine Jacke, ein Ball, eine Zahnbürste oder ein Hemd sein. Das Kind wiederholt diesen Satz und ergänzt einen weiteren Gegenstand.

Dieses Spiel ist sehr fordernd und anspruchsvoll. Trotzdem kennen es die meisten, weil es ein Klassiker unter den Kinderspielen ist.

2.) Wörter vor- und rückwärts buchstabieren

AlphabetWörter vor- und rückwärts zu buchstabieren ist eine Denkleistung, die sehr viel Konzentration erfordern kann. Du kannst ein Wort nennen, welches Dein Kind zunächst vorwärts buchstabiert. Danach muss es umdenken, um die Reihenfolge umgekehrt aufsagen zu können.

Der Vorteil an diesem Spiel ist, dass der Schwierigkeitsgrad wesentlich von den gewählten Wörtern abhängt. Wenn Dein Kind mit kurzen, einfachen Wörtern spielend leicht fertig wird, kannst Du schwierigere, längere Wörter wählen. Außerdem förderst Du so spielerisch den Wortschatz des Kindes und das Interesse an der Sprache.

3.) Stadt, Land, Fluss

Dieser Klassiker ist für Kinder ab etwa acht Jahre geeignet und kann auch zu zweit gespielt werden. Bei dem Spiel „Stadt, Land, Fluss“ zeichnet jeder Mitspieler auf einem Blatt Papier eine Tabelle mit mehreren Spalten. Hier werden verschiedene Kategorien ausgewählt und in der letzten Spalte Punkte notiert.

Häufig gewählte Kategorien sind Stadt, Land, Fluss, Tier, Beruf, Name, Farbe, Körperteil usw. Du oder Dein Kind sagt in Gedanken das Alphabet auf. Wenn die andere Partei nun „Stopp“ ruft, wird der entsprechende Buchstabe genommen, bei dem derjenige stehen geblieben ist. Zu jeder Kategorie ist nun ein Wort mit dem vorgegebenen Anfangsbuchstaben aufzuschreiben.

Wenn einer fertig ist, kann wieder „Stopp“ gerufen werden. Hier empfiehlt sich aber eher mit einem Zeitlimit zu arbeiten. So hat Dein Kind eben Zeit die Konzentrationsfähigkeit auszubauen. Die Punktevergabe kann auch flexibel geregelt werden. Ein richtiges Wort könnte beispielsweise 10 Punkte bringen. Wenn der andere das gleiche Wort hat, sind es nur 5 Punkte usw.

4.) Suchbilder für Kinder

Mädchen schreibtFehlersuchbilder sind zwei scheinbar gleiche Bilder, die minimale Unterschiede aufweisen. Das können kleine Details sein, wie ein fehlender Ohrring auf dem zweiten Bild. Diese Unterschiede zu suchen und zu finden erfordert auch viel Konzentration und macht gleichzeitig Spaß.

Eine ähnliche Variante sind Wimmelbilder. Ein Wimmelbild ist ein großflächig angelegtes Bild mit vielen Details und Elementen. Das Kind erhält eine Liste mit Gegenständen, die es auf dem Bild finden soll. Auch da gehört ein scharfes Auge und eine ordentliche Portion Konzentration dazu.

5.) Gegenstände erraten

Bei diesem Spiel wird ein beliebiger Gegenstand umschrieben, ohne zu verraten, um welchen es sich handelt. Du oder Dein Kind müssen erraten, welcher Gegenstand gemeint ist. Diese Konzentrationsübung fördert gleichzeitig den Umgang mit der Sprache.

Ein Beispiel für einen gesuchten Gegenstand: Ein Kochtopf. Eine mögliche Umschreibung wäre: Es handelt sich um einen Gegenstand, der in der Regel einen Deckel besitzt. Er wird benutzt, um Essen zu erwärmen…

6.) Meditation

Um die Gedanken zu beruhigen und die vielen Reize besser zu verarbeiten, eignet sich Meditation hervorragend. Beispielsweise könntest Du mit Deinem Kind in der freien Natur eine Minute lang meditieren und dabei tief atmen. Auch wenn eine Minute nicht viel klingt, fördern diese kurzen, überall einsetzbaren Einheiten nachhaltig unsere Konzentrationsfähigkeit.

Konzentrationstraining mit Bewegung kombiniert

Wie bereits bei den Tipps erwähnt, hilft Bewegung ein hohes Energielevel aufzubauen. Deshalb sind Konzentrationsübungen für Kinder, die Bewegung integrieren auch besonders wirkungsvoll.

1.) Balancieren

Balancieren ist eine nützliche Konzentrationsübung, die sich gut im Alltag einbinden lässt. Zusätzlich fördert es den Gleichgewichtssinn und die Geschicklichkeit.

Ein Kind kann auf alles balancieren, was eine sehr schmale Lauffläche hat. Das kann eine auf den Boden gekennzeichnete Linie sein, die Bordsteinkante oder ein Baumstamm.

2.) Die liegende Acht

Die liegende Acht ist eine wirkungsvolle Technik, die auch benutzt wird, um das Leben und Schreiben zu fördern. Bei dieser Übung zeichnet Dein Kind mit dem Finger eine liegende Acht in die Luft und folgt der Bewegung mit den Augen. Das wird einige Male wiederholt. Hier kann auch eine Zeit festgelegt von zum Beispiel 100 Sekunden.

Die Idee hinter dieser Konzentrationsübung ist die Aktivierung der rechten und linken Gehirnhälfte. Das funktioniert, weil das Blickfeld ständig von links nach rechts und von rechts nach links hin und her wandert.

3.) Schritte zählen

Auch diese Übung lässt sich wieder sehr gut in den Alltag integrieren. Dabei werden die Schritte beispielsweise bis zum nächsten Ziel (Supermarkt, Zuhause usw.) gezählt. Die genauen Spielregeln können hier flexibel angepasst werden. In der gängigen Variante wird von vorne begonnen, wenn sich jemand verzählt.

Auch wenn diese Übung einfach wirkt, ist sie sehr anspruchsvoll. In der Praxis wirst Du feststellen, wie schnell man sich verzählen kann. Und gerade das macht die Effektivität dieser Konzentrationsübung aus. Du merkst schnell, wann Deine Konzentration und Dein Fokus nachgelassen hast, während die Gedanken bei klassischen Lernsituation oftmals einfach unbemerkt abdriften.

4.) Fugen ausweichen

Häufig weichen Kinder bestimmten Mustern auf dem Boden aus. Beispielsweise treten sie absichtlich nicht auf Fugen oder bestimmten Pflastersteinen. Sowieso ist ein guter Rat zu beobachten, was Dein Kind macht. Wenn es bereits eine fokussierte Aufmerksamkeit auf etwas hat, kannst Du daraus ein Spiel machen.

Das ist eine weitere Übung, die sich unterwegs sehr gut einbauen lässt.

Kostenlose Konzentrationsübungen zum Download

Alle genannten Übungen kannst Du Dir wie versprochen kostenlos herunterladen. Diese kannst Du ausdrucken und immer wieder mit ihnen arbeiten.

Konzentrationsübungen PDF

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Konzentrationsübungen für Kinder

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