Kindererziehung

Einem Kind das Leben zu schenken, ist etwas Wunderschönes und ganz Besonderes. Gleichzeitig bringt es eine große Verantwortung mit sich. Als Eltern sollte es unser Ziel sein, dass unser Kind sich bestmöglich entwickeln und frei entfalten kann.

Der größte Fehler in der Kindererziehung

Der erste Fallstrick ist sehr unscheinbar. Doch er lauert bereits im Wort „Kindererziehung“. Darin steckt „Kinder erziehen“, also Kinder in eine bestimmte Richtung zu ziehen. In vielen Familien geht es darum das Kind nach seinen eigenen Vorstellungen zu formen.

Es soll höflich Danke und Bitte sagen, nicht mit dem Essen spielen, sein Zimmer aufräumen oder nicht zu laut sein, damit die Nachbarn nicht schlecht von uns denken. Doch es geht nicht darum, dass unser Kind „funktioniert“. Viele Eltern projizieren ihren Schmerz und ihre Ängste auf ihre Kinder.

Der sicherheitsbedachte Vater wird versuchen seiner Tochter zu vermitteln, wie wichtig es ist zu studieren, um einen guten Job zu bekommen. Die überliebende Mutter wird ihr Kind erdrücken, weil sie Angst hat, dass es auf Hindernisse im Leben stößt.

Letztlich geht um Liebe und Zuwendung, um die persönliche Entfaltung und Weiterentwicklung. Was wir als Eltern vorleben, wird unser Kind ohnehin imitieren. Es fängt bei uns an. Das Kind ist nicht da, um unseren Mangel zu kompensieren. Als Eltern sollten wir uns nicht als „Erziehende“ verstehen, sondern vielmehr als Entwicklungshelfer.

Jedes Kind ist einzigartig

Jedes Kind ist einzigartigJedes Kind ist anders. Es möchte seine eigenen Erfahrungen machen. Es ist immer verschieden, wie viel Nähe und Geborgenheit, Abwechslung und Stabilität, Zuwendung und Liebe es braucht. Jedes Kind hat seine eigenen Eigenheiten, Vorlieben und Abneigungen.

Unsere Aufgabe ist es diese Signale zu erkennen und darauf zu hören. Empathie und Einfühlungsvermögen sind zwei sehr wichtige Eigenschaften, um die Bedürfnisse des Kindes kennen zu lernen. Aktiv Zuhören und genau hinschauen sind das A und O.

Es gibt keine perfekten Eltern

Auch bei den allerbesten Vorsätzen und Bemühungen wird es trotzdem Situationen geben, in denen wir als Eltern falsch handeln. Es gibt nicht den einen perfekten Erziehungsstil. Und auch keine Formel oder Anleitung, nach der alles richtig gemacht werden kann.

Selbstverständlich sollten wir bestrebt sein immer bestmöglich zu handeln. Jedoch geht es darum sich nicht für Fehler zu verurteilen, sondern das Beste aus der Situation zu machen. Nicht nur unsere Kinder sollen sich entwickeln und lernen, sondern wir dürfen auch lernen über uns hinaus zu wachsen.

Neun goldene Tipps für eine wundervolle Kindererziehung

Die Kinder von heute sind die Erwachsenen von morgen. Ein Kind großzuziehen stellt auch uns auf die Probe und ist eine große Herausforderung. Im Folgenden haben wir neun Tipps zusammengetragen, die zur Inspiration dienen können.

Tipp 1: Entschleunigen

In der heutigen Zeit haben viele Eltern die Tendenz möglichst viel zu tun und das vor allem möglichst schnell und gleichzeitig. Es mag vielleicht überraschend klingen, aber: Ein Kind braucht gar nicht so viel.

Es sind viel mehr die einfachen Dinge, die ohne viel Stress umzusetzen sind. Das führt uns schon zu Tipp 2.

Tipp 2: Viel Bewegung an der frischen Luft

Was uns selbst oft gut tut, kann in der Regel auch nicht allzu schlecht für unser Kind sein. Dabei kann ein einfacher Ausflug in den Wald sehr effektiv sein. Dort gibt es nämlich jede Menge zu entdecken! Das Kind verbindet sich mit der Natur und ist an der frischen Luft.

Hierfür sollte auch Zeit eingeplant werden und möglichst kein Termindruck bestehen. Kinder entdecken manchmal spontan etwas für sie Interessantes. Das Beste, was man als Eltern tun kann, ist es sich damit beschäftigen zu lassen. Das schlimmste wäre jetzt, das Kind an den Armen wegzuzerren, weil der nächste Termin ansteht.

Hier passiert der Unterschied!

Tipp 3: Medienkonsum einschränken

Es sollte darauf geachtet werden, welche Inhalte konsumiert werden. Der Fernseher ist meist keine gute Wahl. Oft werden schlechte Nachrichten gesendet, die unterbewusst Angst erzeugen. Horrorfilme oder Psychodramen sind sicherlich auch nicht förderlich. Dabei werden die Folgen immer noch maßgeblich unterschätzt.

Eine Alternative sind ausgewählte Kinderfilme. Jedoch bleibt das Kind dabei passiv. Das ist beispielsweise für die Sprachentwicklung nicht optimal, da das Kind nicht in Interaktion treten kann. Besser ist eine Aktivität, wie Tipp 4.

Tipp 4: Kindern vorlesen

Neben der Zeit, die nun gemeinsam verbracht wird, hat Vorlesen sehr viele Vorteile. Die vorgelesenen Geschichten regen die Kreativität an und erweitern den Wortschatz. Außerdem kann das Kind Fragen stellen oder über die Geschichten reden.

Das ist vorteilhaft für die Förderung der Sprachentwicklung. Außerdem entwickelt es Freude daran und wird höchstwahrscheinlich ein größeres Interesse dafür entwickeln selbst lesen zu lernen. Das hat nämlich bereits mit Tipp 5 zu tun.

Tipp 5: Gutes Vorbild sein

Papa mit KindKinder imitieren ihre Eltern und geben dabei ihr Bestes. Ihr natürliches Bestreben ist es dazu zu gehören. Deshalb lernen sie gehen, sprechen und wollen in ersten Lebensjahren sein, wie ihre Eltern. Viele Tipps und Tricks in der Kindererziehung-Ratgeberlandschaft drehen sich leider darum, wie bestimmte Verhaltensweisen geändert werden können.

Wie kann das Kind dazu gebracht werden, dass es sich regelmäßig die Zähne putzt, sich die Hände nach dem Toilettengang wäscht oder keine Schimpfwörter benutzt? Wie bringen wir es dazu Gemüse, statt Eis essen zu wollen?

Wenn es zu „unerwünschten“ Verhaltensweisen kommt, sollte Tipp 6 beherzigt werden.

Tipp 6: Sich selbst hinterfragen

Wer trägt die Verantwortung? Nicht das Kind, sondern die Eltern. In der Schwangerschaft, nach der Geburt, als Baby und Kleinkind befindet es sich in absoluter Abhängigkeit. Die Eltern sind die, die „es besser wissen sollten“. Trotzdem bedeutet es nicht, dass sie alles richtig machen.

Wenn das Kind mit Schimpfwörtern um sich herum schmeißt, sollte Papa oder Mama hinterfragen, ob sie nicht vielleicht selbst schimpfen, wenn sie wütend sind. Wenn das Kind nicht den Brokkoli essen möchte, sondern das Eis, sollte vielleicht hinterfragt werden, ob man selbst nicht auch eigentlich lieber das Eis isst.

Kinder sind sehr gute Beobachter und hören vor allem auf ihre Intuition, wenn es ihnen noch nicht abtrainiert wurde. Woher hat es also diese Verhaltensweisen? Sehr wahrscheinlich imitiert.

Wie soll ich damit umgehen, wenn mein Kind schlechte Gewohnheiten von mir abgeschaut hat?

Hier sind wir wieder beim Thema: Es gibt keine perfekten Eltern. Was man als Elternteil nun tun kann, ist ehrlich zu sich selbst zu sein und die Verhaltensweise erstmal selbst zu ändern. Authentizität ist der Schlüssel. Vertrauen ist das A und O. Das wird sich übertragen.

Tipp 7: Kompromisse statt Strafen

Kind zeigt mit Finger„Wenn du dich nicht benimmst, bleibst du das nächste Mal zu Hause.“ „Wenn du jetzt nicht aufisst, gehst du morgen um acht ins Bett!“ „Wenn du jetzt nicht den Tisch aufräumst, schmeiße ich alles weg!“ Derartige Strafen sind längst nicht mehr zeitgemäß und erwiesenermaßen schädlich für die Entwicklung des Kindes.

Niemand würde auf die Idee kommen so mit seinem besten Freund oder den eigenen Eltern umzugehen. Ein Kind kann nicht unterscheiden zwischen: Mein Verhalten war nicht gut und ich bin ein schlechter Mensch / schlechtes Kind.

Eltern sollten ihren Kindern auf Augenhöhe begegnen. Statt eine Strafe anzudrohen, kann wunderbar mit Kompromissen gearbeitet werden. Das Kind will im Supermarkt noch nach den Schokoladen sehen? „Na gut. Zwei Minuten darfst du noch schauen, aber dann bezahlen wir.“

Das Kind wird einbezogen und fühlt sich in seinen Bedürfnissen ernst genommen. Trotzdem wird nicht jeder Wunsch von den Lippen abgelesen und alles hierfür stehen und liegen gelassen.

Tipp 8: Grenzen setzen

Trotzdem fordern Kinder auch immer wieder Grenzen ein und diese sollten Eltern auch setzen. Sie suchen Halt und Stabilität und möchten dadurch erfahren, dass sich um sie gesorgt wird.

Tipp 9: Nicht vergleichen

Jedes Kind ist einzigartig und hat sein eigenes Tempo. Es bringt nichts das Kind mit anderen zu vergleichen. Besser ist es an den Stärken anzusetzen.

Die Aufgabe der Eltern ist es Kindern den Raum zur Entwicklung zu geben und das tun sie am besten, indem sie empathisch sind und erkennen, was das Kind braucht.

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