Dein Baby spuckt?

Die Situation ist bekannt: Das Baby spuckt nach dem Stillen oder Fläschchen. Nicht umsonst gehört das Spucktuch, welches Eltern über der Schulter tragen zur Baby Erstausstattung. Jedoch machen viele Eltern sich schnell Sorgen, wenn das Neugeborene spuckt.

Ein wachsames Auge darauf zu haben, ist sicherlich nicht verkehrt. In den meisten Fällen ist die Sorge aber unbegründet. Wir schauen uns in diesem Artikel an, warum ein Baby spuckt, wann das normal ist und ab wann es bedenklich wird.

Warum spucken Babys?

Dass Dein Baby spuckt, hat vor allem zwei Gründe.

  1. Zum einen ist der Magen eines Babys noch sehr klein.
  2. Und zum anderen ist der Muskelring am unteren Ende der Speiseröhre noch nicht vollständig ausgebildet. Dieser hätte sonst die Funktion die Nahrung im Magen zu behalten.

Außerdem schluckt ein Neugeborenes auch immer viel Luft, die beim Spucken wieder herauskommt. Das macht den Anschein, als würde das Baby sehr viel spucken. Aber schauen wir uns die beiden Ursachen etwas näher an.

Zu kleiner Magen

Nach der Geburt ist der Magen in etwa so groß wie eine Murmel oder eine Haselnuss. Demnach kannst Du Dir sicherlich vorstellen, dass da nicht viel hereinpasst. Alles Überschüssige wird von Deinem Kleinen aufgestoßen.

Der Magen wächst aber schnell. Nach etwa zehn Tagen ist er schon ungefähr so groß, wie ein Ei oder Tischtennisball. Mit fortschreitendem Alter wird der Magen immer größer und dehnbarer. Aus diesem Grund ist das „Problem“ des Spuckens nur eine Frage der Zeit.

Schließmuskel in der Speiseröhre

Am unteren Ende der Speiseröhre befindet sich ein Muskelring (auch Schließmuskel oder Ösophagus Sphinkter). Dieser ist bei Neugeborenen noch nicht stark genug ausgeprägt, damit er seine Funktion erfüllen kann. Anstatt die Nahrung also im Magen zu behalten, steigt sie wieder hoch. Das führt dazu, dass der Säugling spuckt.

Übrigens ist Spucken nicht dasselbe wie Erbrechen. Während beim Erbrechen der Inhalt des Magens aufgrund einer vom Körper gewollten Reaktion wieder hochgewürgt wird, ist das beim Spucken nicht der Fall. Man könnte auch sagen: Der Magen läuft über.

Ab wann ist es bedenklich?

Schlafendes BabyDie Sorge bei einem Baby etwas falsch zu machen und sein Leben zu gefährden, gehört wohl zu den Urängsten von Eltern. Bis zu einem gewissen Grad ist diese Angst auch sinnvoll. Trotzdem ist sie oft unbegründet.

Gerade wenn Dein Kleines nur Muttermilch zu sich nimmt, ist das unbedenklich. Der pH-Wert ist hier sehr niedrig und somit wird die Speiseröhre nicht geschädigt.

Wie viel Spucken ist normal?

Dein Baby spuckt viel? Keine Sorge: Bei jedem Säugling ist die Menge des Ausstoßes unterschiedlich. In der Regel sind es nur einige Milliliter. Dabei kann das durchaus bis zu 12 Mal am Tag passieren.

Beobachte Dein Kleines aufmerksam. Wie viel spuckt es wirklich aus? Und vor allem, was spuckt es aus? Häufig ist auch viel Luft dabei.

Tipp: Behalte den Ausstoß in Relation zur Magengröße in Auge.

Wie lange ist Spucken normal?

In den ersten sechs Monaten wird Dein Baby voraussichtlich immer wieder spucken, bevor es allmählich abnimmt. In der Regel hört es nach 12 bis 15 Monaten auf, wenn es aufrecht sitzen kann und auf festere Nahrung umsteigt.

Betroffen sind übrigens über die Hälfte bis zwei Drittel aller Babys, was Dich auch beruhigen sollte. Im Alter von ungefähr zwölf Monaten spuckt nur noch jedes zwanzigste Kind.

Sobald Dein Baby anfängt zu krabbeln, liegt es oft auf dem Bauch. Dann kann es wieder vorkommen, dass es ab und zu spuckt. Das hat aber mehr mit der Position zu tun, die einen stärkeren Druck auf den Magen ausübt als mit einem Rückfall oder Ähnlichem.

An welchen Zeichen kann ich erkennen, dass etwas nicht stimmt?

Betroffene Eltern fragen sich häufig, ob das Spucken im Normalbereich liegt, bzw. ab wann ein gesundheitliches Problem vorliegt. Ab wann kann von der Refluxkrankheit gesprochen werden?

Die Refluxkrankheit ist ein krankhaft gesteigerter Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre.

Wusstest Du beispielsweise, dass 20 % aller Menschen von dieser betroffen sind? Doch was kannst Du als Warnhinweis deuten? Zunächst einmal ist es nicht bedenklich, wenn Dein Baby ansonsten keine Beschwerden hat.

Baby verliert Gewicht

Ein Warnsignal kann das Gewicht sein. In den ersten ein bis zwei Wochen ist ein Gewichtsverlust allerdings als normal zu betrachten. Danach sollte es aber wieder sein Geburtsgewicht erreicht haben.

Pro Woche sollte Dein Baby etwa 150 bis 170 Gramm zunehmen. Ab dem vierten bis zum sechsten Monat sollten es zwischen 100 und 150 Gramm sein. Behalte deshalb immer das Gewicht im Auge.

Baby verweigert Nahrung

Baby unter DeckeVorrübergehende Probleme beim Füttern sind auch normal. Bei jedem vierten Baby kommt das vor. Wenn das jedoch über einen längeren Zeitraum kaum noch Nahrung annimmt, könnte das auf ein gesundheitliches Problem hindeuten.

Das würdest Du aber schon daran merken, dass die Fütterung sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und äußerst mühsam verläuft.

Baby spuckt permanent

Wenn Dein Baby permanent spuckt, könnte auch etwas nicht stimmen. Hier kannst Du Dein Kleines aufmerksam beobachten und darauf achten, ob es sich eher um ein Aufstoßen oder um Erbrechen handelt. Im Zweifelsfall solltest Du immer entsprechende Maßnahmen einleiten.

Was tun, wenn ich ein Warnsignal erkenne?

In sehr seltenen Fällen kann wirklich ein gesundheitliches Problem dahinterstecken. Die Magensäure könnte die Speiseröhre attackieren und so Schwellungen und Schmerzen auslösen.

Wenn Du entsprechende Unstimmigkeiten bemerkst, solltest Du immer einen Kinderarzt oder eine Kinderärztin aufsuchen. Diese können Dir und Deinem Baby weiterhelfen.

Vier Tipps im Umgang mit Spucken

Was kannst Du im Umgang mit einem Speibaby tun? Diese vier Tipps sollen Dir eine Hilfestellung bieten.

Tipp 1: Kleine Mahlzeiten

Baby liegtDu solltest darauf achten Dein Kleines nicht zu überfüttern. Kleine Portionen mit entsprechenden Pausen haben mehrere Vorteile. Zum einen kann die Nahrung sich setzen. Zum anderen kann es sein Bäuerchen machen und die Luft im Magen wieder herauslassen.

Mit kleineren Portionen bringst Du Deinem Baby auch bei nicht zu hastig zu trinken. Mache nach fünf bis zehn Minuten beim Stillen ruhig immer eine kurze Pause.

Tipp 2: Aufrechte Haltung

In einer aufrechten Haltung kann sich die Nahrung zusätzlich besser setzen. Deshalb empfiehlt es sich das Baby schon während des Stillens, aber auch danach aufrecht zu halten.

Du kannst das eine mit dem anderen verbinden und Dein Baby weiterhin in den Armen halten. So fühlt es sich nicht nur genährt, sondern durch Deine Nähe auch geliebt.

Tipp 3: Vorher und nachher wickeln

Auch hilfreich ist es Dein Kind vor und nach der Mahlzeit zu wickeln. Es hilft Dein Baby aufzuwecken und gerade Neugeborene sollten täglich sowieso bis zu achtmal gewickelt werden.

Tipp 4: Entspannt bleiben

Schaffe eine ruhige und entspannte Atmosphäre beim Stillen. Babys können zwar noch nicht reden, aber sehr wohl spüren. Es hat feine Sinne und merkt auch am Tonfall, wie Mama und Papa sich gerade fühlen.

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Baby spuckt viel

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